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theater hören berlin Posts

Fachtag des Berliner Spielplan Audiodeskription Teil 1

Posted in Allgemein

Am 8. April 2022 findet der Fachtag des Berliner Spielplan Audiodeskription statt. Passend zur Digitalisierung der letzten Jahre, wird der Tag sowohl über ZOOM als auch vor Ort in den Osramhöfen in Berlin Wedding abgehalten. Noch am Abend davor verbringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Stunden damit, die hybride Lösung zu bewerkstelligen und Platz zu schaffen für AudiodeskriptorIn, einen Dolmetscher für englische Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie unsere PR-Mitarbeiterin, Eva-Katherina Jost, die den ZOOM-Raum überwacht. Fast wäre Eva in die Putzkammer verbannt worden. Zum Glück findet sich dann doch ein zwar kahler, aber putzeimerfreier Raum für sie. Der Fachtag geht los! Ich…

Saalprüfung von „Il Viaggio a Reims“

Posted in Allgemein, and Hinter den Kulissen

Am 9. April 2022 spielt die Deutsche Oper Berlin „Il Viaggio a Reims“ von Gioacchino Rossini. Heute, am 22. März, höre ich mir die Generalprobe der Audiodeskription an. Erstellt wurde sie von Roswitha Röding, Jutta Polic und Felix Koch. Die letzten beiden sprechen sie gemeinsam ein. Schon in der Saalprüfung zur Zauberflöte konnte ich dieses Dreamteam zum ersten Mal in Aktion erleben und war begeistert. Diesmal übernimmt Jutta die Beschreibung der Handlung. Felix übersetzt derweil den Gesang. Leider bin ich nicht zum Genießen da. Wahrscheinlich bin ich im ganzen Theater die Einzige, die mit einem Laptop auf dem Schoß und…

Über Kunstvermittlung und Audiodeskription: Interview mit Kunstvermittlerin Uta Sewering

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Im elften Theaterclub des Berliner Spielplan Audiodeskription habe ich mit der Theaterpädagogin Uta Sewering vom Theater an der Parkaue gesprochen. Ihre Aufgabe ist es, das Theaterpublikum dabei zu unterstützen, frei über relevante Themen in Theaterstücken zu sprechen und sie sich künstlerisch anzueignen. Als Kunstvermittlerin bildet sie die Schnittstelle zwischen der Produktion und dem Publikum. Ihre Aufgabe? Jeden ernst zu nehmen. Lavinia: In unserem Vorgespräch hast du gesagt, dass man heutzutage viel lieber von Kunstvermittlung als von Theaterpädagogik spricht. Kannst du kurz erklären, warum dieser eine Begriff besser oder bezeichnender ist, als der andere? Uta: Kunstvermittlung wird als eigene soziokulturelle Kunst…

Mehr als nur Audiodeskription: Interview mit Gerald Pirner

Posted in Interviews

Immer wieder eine Herausforderung ist die Beschreibung von Bewegungen. Das gilt insbesondere für abstrakte Tanz-Performances. Gerald Pirner ist blinder Fotograf und Co-Autor für Audiodeskriptionen von Tanz-Performances. Wie Audiodeskription in der freien Szene in Berlin funktioniert und was man ändern sollte, um mehr blinde und sehbehinderte Zuschauerinnen und Zuschauer für Tanz zu begeistern, erklärt er in einem Interview. Der Weg zum Tanz Jeder kommt auf seine oder ihre Weise zum Tanz. Gerald ist einer der wenigen blinden Tanzliebhaber in Berlin, der regelmäßig zu Performances mit Audiodeskription geht und zwar aus dem Interesse daran, seine eigene Körperlichkeit als Blinder in den Bewegungen…

Behindert wird man?

Posted in Barrierefreiheit im Theater

Hindernisse, die vom Theaterbesuch abhalten, gibt es noch und nöcher. In diesem Blog habe ich bereits über Barrieren beim Finden des gewünschten Stückes mit Audiodeskription, bei der Ticket-Bestellung, durch unvorbereitetes Service-Personal und fehlende Tastführungen gesprochen. Was bleibt, ist der Gang zum Theater. Auch hier tauchen Hindernisse auf, die den einen oder die andere vom Besuch abhalten. Diesmal möchte ich über einige der Hindernisse sprechen, die mir im öffentlichen Raum bereits begegnet sind und womöglich auch eine Herausforderung für andere Blinde darstellen. Alles, was im Weg steht Das größte und im wahrsten Sinne des Wortes offensichtlichste Hindernis besteht meiner Meinung nach…

„Woyzeck Interrupted“: digital oder analog

Posted in Theaterrezension

Theater muss live sein! In Lockdown-Zeiten höre ich diese Aussage immer wieder. Theater digital? Sehr gerne, aber nur als vorübergehende Alternative, als Extraangebot neben dem Theatererlebnis vor Ort. Durch die vielen Streams von Theaterstücken in den vergangenen zwei Jahren, einige davon mit Audiodeskription, bekomme ich die Möglichkeit, den Stream eines Theaterstücks mit seiner Vorstellung live vor Ort zu vergleichen. Es ist ein Sonntagabend im Deutschen Theater Berlin. Gezeigt wird „Woyzeck Interrupted“, das im März 2020 zuerst als Stream mit Audiodeskription bereitgestellt wurde. Welche Unterschiede es zwischen den beiden Versionen gibt und ob die Live-Variante tatsächlich so viel besser ist als…

Gespenster im Ohr

Posted in Theaterrezension

„Ich glaube fest, wir alle sind Gespenster. Nicht nur das, was wir von Vater und Mutter geerbt haben, spukt in uns herum. Auch alle möglichen mausetoten Anschauungen, Meinungen, alter Aberglaube und so weiter. Es lebt nicht in uns, aber es steckt doch in uns, und wir werden es nicht los. Das ganze Land muss voll sein von Gespenstern!“ Henrik Ibsen Wer sich jemals darüber geärgert hat, den einen oder anderen Splien von seinen Eltern geerbt zu haben, wird nach dem Genuss von Henrik Ibsens „Gespenster“ am Berliner Ensemble froh sein, dass es sich nur um die Angewohnheit handelt, zu besorgt…

Sieben Tipps für eine barrierefreie Theater-Webseite

Posted in Barrierefreiheit im Theater

Ich träume von einer Webseite, wo ich als blinde Nutzerin alles genauso schnell finde wie mein sehender Partner. Viele Seiten sind nicht barrierefrei. Das liegt in den meisten Fällen nicht an Programmierfehlern, sondern schlicht am Aufbau der Webseite. Es sind viele Kleinigkeiten, die letztendlich dazu führen, dass es für blinde Nutzerinnen und Nutzer von Screenreadern (eine Sprachausgabe zur Navigation von Computern) nahezu unmöglich ist, auf einer Seite genau die Information zu finden, nach der man gesucht hat. In diesem Beitrag möchte ich ein paar Tipps geben, wie Webseiten-Betreiberinnen und Betreiber ihre Inhalte so gestalten können, dass sie auch von blinden…

Interview mit Nathalie Mälzer

Posted in Interviews

Wer schon einmal in einem Theaterstück mit Audiodeskription gesessen und sich gefragt hat, was ein „abgewinkelter Arm“ oder ein „gehobenes rechtes Bein“ genau bedeuten soll, kommt im zehnten Theaterclub auf seine und ihre Kosten. Am 19. Dezember 2021 spreche ich nämlich mit Nathalie Mälzer, ihres Zeichens Professorin am Institut für Übersetzungswissenschaft und Fachkommunikation an der Universität Hildesheim. Wir sprechen über Audiodeskription als Übersetzung. Im Folgenden könnt ihr einen Ausschnitt aus dem Interview lesen. Lavinia: Sie kommen aus dem Bereich Übersetzung, wie sind Sie von einer Übersetzerin zur Audiodeskription gekommen? Nathalie Mälzer: Studiert habe ich eigentlich Komparatistik und Theater- und Filmwissenschaften.…

Sensibilisierung an der Deutschen Oper Berlin

Posted in Barrierefreiheit im Theater

„Kommen Blinde alleine ins Theater?Warum gibt es keinen Moment der Stille in der Beschreibung?Lohnen sich Platznummern in Punktschrift?“ Fragen über Fragen werden in der Sensibilisierungsschulung der Deutschen Oper Berlin am 13. Januar 2022 gestellt und beantwortet. Dabei sind Imke Baumann (Projektleiterin des Berliner Spielplan Audiodeskription) sowie zwei blinde bzw. sehbehinderte Referent*innen – Michael Baumeister und ich. Das Ziel der Sensibilisierung ist dasselbe wie schon in dem Workshop am Berliner Ensemble im Winter 2019, das Servicepersonal auf den Umgang mit blinden und sehbehinderten Opernliebhaber*innen vorzubereiten. Was ist Audiodeskription? Diese Frage muss für die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstmal beantwortet werden. Zum…