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theater hören berlin Posts

Hautnah digital dabei: Ausstellung zu Barbara Baums Kostümen in der Deutschen Kinemathek

Posted in Veranstaltungsbericht

Kostüme machen Filme und Theaterstücke lebendig. Sie helfen den SchauspielerInnen ebenso wie uns als ZuschauerInnen dabei, sich in eine Geschichte hineinzuversetzen. Wie grundlegend das richtige Kostüm für die Charakterbildung einer Figur ist, weiß Barbara Baum. Als Kostümbildnerin hat sie für so bekannte Filme wie „Die Ehe der Maria Braun“ (Regie: Rainer Werner Fassbinder) Kostüme entworfen. Die Ausstellung „Hautnah“ gibt einen fühlbaren Einblick in das Schaffen von Barbara Baum. Ihre Originalkostüme sowie Skizzen und Stoffproben können in der Deutschen Kinemathek erlebt werden. Am 21. Oktober 2020 veranstaltet die Deutsche Kinemathek in Berlin eine digitale Rundführung durch die Ausstellung, in der einige…

Audiodeskription: eine Zumutung für Sehende?

Posted in Veranstaltungsbericht

Ist Theater mit Audiodeskription für Sehende eine Zumutung? Mit dieser Frage beschäftigen wir uns im vierten Theaterclub des Berliner Spielplan Audiodeskription. Dabei ist die Audiodeskriptorin Joyce Ferse. Sie arbeitete unter anderem an der Beschreibung für „Die Zauberflöte“ mit, bevor diese im April coronabedingt abgesagt werden musste. Außerdem spielt sie regelmäßig bei der Jugendtheaterwerkstatt (JTW) Spandau als Laienschauspielerin mit. Das ist übrigens das einzige Theater in Berlin, das offene Audiodeskription anbietet. Das heißt, die Beschreibung wird für alle hörbar über einen Lautsprecher eingesprochen. Als zweiten Gast haben wir Lars Gebhardt, Dramaturg an der Deutschen Oper, eingeladen. Lars hätte im April ebenfalls…

Digitale Tastführung mit Domino-Effekt

Posted in Allgemein, and Veranstaltungsbericht

Sehen oder Nicht-Sehen, das ist die Frage auf der digitalen Tastführung am 8. Oktober 2020, die gemeinsam vom BSA und dem Theater an der Parkaue organisiert wird. Nur geht es an diesem Tag eher ums Fühlen als ums Sehen. Drei Blinde – Silja Korn, Ugne Metzner und ich – haben das große Glück eine der Stationen des Stückes „Domino-Effekt“ ertasten zu können und zwar live auf ZOOM und Youtube. Wenn man sich mit so vielen Kamera- und Beleuchtungsmenschen nicht wie ein Celebrity vorkommt, dann weiß ich auch nicht. Das Stück ist eine Art Parcours. Die ZuschauerInnen müssen theoretisch durch das…

In der Schaubude geht es nur um das Eine

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Es ist Donnerstagabend und alle BewohnerInnen von Haus Nr. 69 denken nur an das Eine. Darum geht es auch am 27. September 2020 in der Schaubude Berlin. Das große Thema des Abends lautet Sex und zwar in allen möglichen Varianten und Konstellationen. Josephine Hock inszeniert ein Puppenspiel der besonderen Art mit ihr selbst als einzige Schauspielerin. Sie spielt nicht nur alle Parteien der sechs Wohnungen, sondern auch die sich darin befindlichen Gegenstände, die aus nachvollziehbaren Gründen alle ebenfalls sehr daran interessiert sind, darüber mehr zu erfahren, was sie ansonsten nur observieren. Von der Topfpflanze über Hemden, Seil und Nudelholz bis…

Endlich wieder live im Theater!

Posted in Theaterrezension

Am 19. September bin ich endlich einmal wieder bei einer Theatervorstellung, die live im Theater stattfindet. „Herr der Krähen“ wird in der Jugendtheaterwerkstatt Spandau (JTW) gespielt und zwar mit offener Audiodeskription, die einmal nicht nur über Kopfhörer, sondern für alle ZuschauerInnen hörbar im ganzen Theatersaal zu hören ist. „Herr der Krähen“ basiert auf dem gleichnamigen Roman des kenianischen Autors Ngugi wa Thiong´o. Das Stück handelt von einem Land, das von einem Diktator regiert wird. Dieser hat es sich zum Ziel gesetzt, den größten Turm der Welt zu bauen. Gleichzeitig thematisiert die Geschichte die kleinen Probleme der einzelnen BürgerInnen, darunter Motorradfahrer,…

Bei Audiodeskription kommt es auf jedes Wort an

Posted in Veranstaltungsbericht

Ist es ein Tresen oder ist es ein Klotz? Bei der Nachschulung der AutorInnen und BlindenredakteurInnen des Berliner Spielplan Audiodeskription am 18. September 2020 im Theaterhaus auf der Werkstattbühne kommt es auf jedes Wort an. „Tresen“ und „Klotz“ beschreiben jeweils ein rechteckiges Objekt, aber während „Klotz“ ungenau erscheint, hat man bei dem Wort „Tresen“ sofort eine Kneipe im Kopf, die vielleicht gar nicht ins Stück gehört. Auf solche Feinheiten kommt es beim Schreiben einer Audiodeskription an. Kein Wunder, dass meistens zwischen drei und vier AutorInnen an diesem Prozess beteiligt sind. Die langjährige Audiodeskriptorin Anke Nicolai leitet gemeinsam mit unserer Projektleiterin…

Theater um digitale Barrierefreiheit

Posted in Barrierefreiheit im Theater

„Video – Deutsche Oper Berlin, JavaScript:/, Video Player Region, leere Region, Video Player Region Ende, images/img-play, Lieblingsstücke … Bodypercussion“ So ungefähr hörte sich die Video-Seite der Deutschen Oper Berlin noch im Juni 2020 an, als ich sie mit meiner Sprachausgabe bzw. meinem Screenreader durchgegangen bin. Als Blinde arbeite ich mit einem Hilfsprogramm namens JAWS, das mir ermöglicht, einen Computer zu bedienen, ohne die Maus zu benutzen. Stattdessen navigiere ich Webseiten mit Tastenbefehlen. So bringt mich die Taste „H“ im Internet zur nächsten Überschrift, „B“ zum nächsten Schalter, „G“ zur nächsten Grafik usw. Eine nette Computerstimme liest dann vor, was an…

Der Ton macht die Musik – auch bei Audiodeskription

Posted in Interviews

Auch bei Audiodeskription spielt der Ton eine wichtige Rolle. In einem Interview verrät Felix Koch, freier Musiker und Kulturarbeiter, was Musik und Audiodeskription gemeinsam haben. Als Audiodeskriptor für den BSA hat er unter anderem an der Beschreibung der Oper „Jenufa“ mitgeschrieben. LAVINIA: Wie bist du eigentlich zum Theater gekommen? FELIX: Das ist auch eine relativ komplizierte Geschichte, weil ich nach Berlin gekommen bin, um Sozial- und Kulturanthropologie und Geschichte an der FU Berlin zu studieren. Der zweite Grund nach Berlin zu ziehen, war für mich die große experimentelle Musikszene. Neben dem Studium habe ich relativ viel Musik gemacht, aber eher…

7 Kriterien für Audiodeskription als Livestreams

Posted in Die besten Listen

Vor einigen Monaten habe ich bereits einmal über 7 Voraussetzungen für eine perfekte Audiodeskription geschrieben. Das war im April, als uns der Lockdown gerade so richtig im Klammergriff hielt. Obwohl die Berliner Bühnen inzwischen teilweise wieder öffnen, gibt es gute Argumente, auch ein digitales Programm weiteranzubieten. Dazu zählen die lokale und zeitliche Ungebundenheit digitaler Angebote, die Reichweite dieses Mediums und das riesige Angebot an Theaterstücken. Mehrmals haben wir im Theaterclub darüber diskutiert, wie unvergleichlich das „richtige“ Theatererlebnis ist. Auf keinen Fall möchten wir auf die bequemen Plätze, die Aufregung vor Beginn des Stückes oder das gemeinschaftliche Kulturerlebnis verzichten. Das Beste…

Eine Performance, die die Scham ins Rampenlicht stellt

Posted in Theaterrezension

Wenn ihr schon immer mal sehen wolltet, wie eine Tanzperformance mit Audiodeskription sein kann, hört mal in „School of Shame“ rein. „Du solltest dich was schämen!“ Wie oft haben wir diesen Satz von Eltern und Autoritätspersonen gehört? „School of Shame“ ist eine Musical-Performance des Tanzlabor Leipzig in Kooperation mit dem Performance-Kollektiv POLYMORA Inc. Hier befassen sich fünf diverse PerformerInnen – Jana Zöll, Jutta Tille, Aisha Konaté, Mono Welk, Alexandra Schwartz – mit der Scham und ihrer Überwindung. Diese sitzen unter anderem im Rollstuhl, sind androgyn gekleidet oder haben dunkle Haut. „School of Shame“ ist eine abwechslungsreiche Musical-Performance, die zeigt, auf…