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2024

25ter Februar 2024 um 18 Uhr,

Tastobjekte an der Garderobe um 17 Uhr 10

„1984“ von George Orwell, Bühnenfassung bearbeitet von Luc Perceval

Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz eins
10 11 7 Berlin

Karten und Preise

Die Tickets kosten zwischen 16 und 50 Euro. Beim Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis erhalten sowohl Sie, als auch Ihre Begleitung fünfzig Prozent Ermäßigung. Kartenbestellung unter theaterkasse@berliner-ensemble.de oder telefonisch unter 030 / 28 40 81 55

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Zum Stück

George Orwells „1984“ erzählt satirisch überhöht von einer Welt, in der sich der Drang von Wenigen nach totaler Macht durchgesetzt und strukturell verfestigt hat. In seiner Bearbeitung des Romans verfolgt der Regisseur Luk Perceval die widerständige Kraft zweier Liebenden unter den Bedingungen von allgegenwärtigem Misstrauen, propagandistischem Irrsinn und körperlichem Schmerz. „Das wirklich Erschreckende am Totalitarismus“, schreibt Orwell 1944, „ist nicht, dass er Gräueltaten begeht, sondern, dass er das Konzept der objektiven Wahrheit angreift: Er erhebt den Anspruch, sowohl die Vergangenheit wie auch die Zukunft zu bestimmen.“ Laut O’Brien, dem Chefideologen des fiktiven totalitären Regimes von „Big Brother“ in 1984, existiert die Wirklichkeit nur im menschlichen Bewusstsein. Und das ist, wie wir nicht erst seit Internet und Fake News wissen, unendlich formbar. Wer also das Denken der Menschen kontrolliert, verfügt über die Welt, gestaltet sie. Das Liebespaar, Winston und Julia, aber glauben an eine gemeinsame, auf Tatsachen und nicht auf Wunschdenken oder paranoiden Feindbildern basierende Geschichte und Gegenwart. Damit machen sie sich im Sinne des totalitären Systems des schlimmsten aller Verbrechens schuldig: „Denkkrim“. Falsches Denken.

Freitag, 23ter Februar um 20 Uhr; sowie Sonntag, 25ter Februar, um 18 Uhr. (Tastführung jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn)

Henrike Iglesias, Frank Häusermann, Olivia Hyunsin Kim, Rabea Lüthi: Space Dudes – Einmal hin und zurück; Performance mit deutscher Audiodeskription

Sophiensäle
Sophienstraße 18
10178 Berlin

Karten und Preise

Tickets 15, ermäßigt 10 Euro. Anmeldung und Kartenreservierung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder 030 27 89 00 30. Für den Vorstellungsbesuch mit Begleitperson erhalten Personen mit Merkzeichen B eine Freikarte.
Bei Bedarf bieten die Sophiensäle vor der Tastführung einen Abholservice für blinde und sehbehinderte Personen von den nahegelegenen S- und U-Bahn sowie Tram-Stationen an. Informationen dazu ebenfalls unter den genannten Kontaktadressen. Um den Abholservice in Anspruch zu nehmen, kontaktieren Sie das Theater bitte innerhalb der Geschäftszeiten (Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr).

Zum Stück

Wir wollen ins All! Emissionen und fragwürdige Milliardäre hin oder her: Der Weltraum ist spannend und soll uns zu neuen Kunstwerken inspirieren! Wenn Elon Musk und die NASA das Ziel haben, „das All für alle zugänglich zu machen“ – wer sind dann alle? Für „SPACE DUDES – Einmal hin und zurück“ taucht die Space-Crew, bestehend aus Henrike Iglesias, Frank Häusermann (Theater HORA), Olivia Hyunsin Kim und Rabea Lüthi, ab in die Bildwelten des Outer Space und ins Genre der Mockumentary. In einem Live-Bewerbungsvideo wollen die Künstler*innen Raumfahrtunternehmen und Organisationen davon überzeugen, dass sie sich ihre Plätze auf einem gesponserten Orbitalflug verdient haben. Gemeinsam hinterfragen sie die touristische Erschließung des Weltalls, reiben sich an ihrer Faszination für Space Dudes und greifen tief in die Trickkiste der Theatermittel, um auch dem Publikum ein Stück Universum zugänglich zu machen.


Audioflyer auf Soundcloud: https://on.soundcloud.com/kLVMT
Audioflyer auf Spotify: https://shorturl.at/nyFW2
Audioflyer auf iTunes: https://shorturl.at/afvyA

28ter Januar, 4ter, 10ter und 17ter Februar um 19 Uhr 30; keine Tastführung
„Aida“ von Giuseppe Verdi; musikalische Leitung: Carlo Montanaro
Oper mit Audiodeskription

Deutsche Oper Berlin
Bismarckstraße 35
10 62 7 Berlin

Karten und Preise

Die Audiodeskriptions-Tickets kosten einheitlich 25 Euro; die Begleitkarte ist frei. Kartenbestellung unter info@deutscheoperberlin.de oder telefonisch unter 030 / 34 38 43 43.

Zum Stück

„Amore, sommissione, dolcezza“ – das sind die Attribute, die Giuseppe Verdi seiner Titelfigur Aida zugeschrieben hat: eine Frau, die für eine reine Liebe, Fügsamkeit und Zartheit steht. Aida fügt sich damit ein in die Reihe jener weiblichen Kunstfiguren des 19. Jahrhunderts, die weniger reale Wesen als vielmehr Sehnsuchtsobjekte und Projektionsfiguren chauvinistischer Männerträume waren und unweigerlich im Sterben aus Liebe ihre Bestimmung fanden. Auch Aida ist dieser Weg vorgezeichnet.

Doch anders als in Verdis vorhergehenden Opern gibt es in „Aida“ einen Gegenentwurf zur todgeweihten Liebe: Amneris. Mit „molto vivacità“ charakterisiert Verdi sie in seinem Personenverzeichnis: Bei Amneris pulsiert das Leben. Wie eine Löwin kämpft sie um ihre Liebe; mit ihr wäre eine handfeste Beziehung möglich.

Radames jedoch, der Mann zwischen Aida und Amneris, kann sich nicht für ein realistisches Leben entscheiden. Er verliert sich in Fantasien von Aida, der „exotischen“, fernen Frau. Aus Liebe zu diesem weiblichen Engel wird Radames in seinen Träumen zum Helden im Kampf gegen Unterdrückung und Leid. Vor den Augen der Öffentlichkeit inszeniert Radames sein Heldentum und leidet gleichzeitig am Scheitern des eigenen Anspruchs, die utopische Liebe und die politische Utopie miteinander vereinbaren zu können. Denn seine Traumfigur Aida ist ohnehin zum Sterben bestimmt, und die Rettung aller Gefangenen und Unterdrückten sowohl aussichtslos als auch ihrerseits mit Gewalt verbunden.

So steht ein realitätsferner, am eigenen Weltschmerz leidender Held im Zentrum einer Oper, die die vielleicht pessimistischste von Giuseppe Verdi ist. Denn sie endet mit der Flucht vor der Welt und mit dem völligen Rückzug in ein steinernes Mausoleum. Am Schluss steht der Tod Aidas auch für den Tod der Utopie.

Audiodeskriptive Einführung

Zur audiodeskriptiven Einführung gelangen Sie hier: https://spielplanaudiodeskription.podigee.io/120-neue-episode.

11ter Februar 2024 um 11 Uhr: „17. digtaler Theaterclub des Berliner Spielplan Audiodeskription

Es moderiert Lavinia Knop-Walling. Zu Gast ist Matthias Pees, Intendant der Berliner Festspiele
Die Veranstaltung findet online statt und ist kostenfrei.
Anmeldung unter knop@theaterhoeren-berlin.de.

8ter Februar 2024 um 11 Uhr (Tastführung um 9 Uhr 30)
„Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“
Familienstück nach Michael Ende für Menschen ab 6

Theater an der Parkaue-Bühne 4
Parkaue 29
10 36 7 Berlin

Karten und Preise

Inhaberinnen eines Schwerbehindertenausweises (B) zahlen einen ermäßigten Eintrittspreis von 9,00 €. Begleitpersonen erhalten eine Freikarte. Anmeldung über den Besucherinnenservice: service@parkaue.de oder 030 55 77 52 52

Zum Stück

Tick Tack. Tick Tack. Tick Tack. Nur noch sieben Stunden bis Mitternacht. Beelzebub Irrwitzer und seine Tante Hexe Tyrannja Vamperl sind unter enormem Zeitdruck. Denn laut Vertrag mit dem Teufel müssen sie pünktlich zum Jahreswechsel einige Tierarten ausgerottet, viele Bäume zum Absterben gebracht und mindestens eine tödliche Seuche verbreitet haben. Sie greifen zu einem mächtigen Zaubertrank, zum Punsch aller Punsche:

Dem satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch, der beim Glockenschlag um Mitternacht alle guten Wünsche ins Gegenteil verkehrt. Zum Glück aber gibt es den Hohen Rat der Tiere, der Zauberer und Hexe schon lange beobachtet und die Spione Kater Maurizio und Rabe Jakob geschickt hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Der Kinderbuchklassiker von Michael Ende beschreibt mit märchenhaften Charakteren einen Kampf zwischen Gut und Böse, Allgemeinwohl und Eigennutz, Natur und Mensch.

Audiodeskriptive Einführung

Zur audiodeskriptiven Einführung gelangen Sie hier:

https://spielplanaudiodeskription.podigee.io/125-new-episode

1ter Februar 2024 um 20 Uhr, kurze Bühnenbegehung um 19 Uhr 15

„Nachtland“ von Marius von Mayenburg, Regie: Marius von Mayenburg

Schaubühne am Lehniner Platz
Kurfürstendamm 153
10 70 9 Berlin

Karten und Preise

Die Tickets kosten zwischen sieben und 49 Euro. Bei Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis gibt es fünfzig Prozent Ermäßigung für Sie selbst und Ihre Begleitung. Kartenbestellung unter ticket@schaubuehne.de oder telefonisch unter 030 / 89 00 zwei drei.

Zum Stück

Nicolas und Philipps Vater ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. In der Wohnung gibt es wenig, was von Wert ist, und auch auf dem Dachboden ist nur Staub und Schrott. Doch auf den zweiten Blick findet sich dort ein Aquarell in Sepia und Braun, in einem schlichten, schwarzen Holzrahmen. Wer könnte das Bild gemalt haben? Am unteren Rand sieht man auf eine Signatur: A. Hiller. Oder ist da ein Strich, der durch das letzte „l“ geht? Ist das „l“ eigentlich ein „t“? Steht da eigentlich A. Hitler? Ist Adolf Hitler der Maler des Bildes? Wie kann das sein? Wieso hatte der Vater ein Bild, das von Hitler gemalt wurde? Was macht man mit so einem Bild? Verbrennt man es? Oder sollte man es verkaufen? Während der Streit in der Familie hochkocht, Gutachterinnen und mögliche Käufer sich die Klinke in die Hand geben, tun sich innerfamiliäre Gräben auf, die immer tiefer werden.

Marius von Mayenburgs Stück ist eine bitterböse Komödie über das schwere Erbe der deutschen Vergangenheit – und über die dazugehörigen Erbschaftsstreitigkeiten.

Audiodeskriptive Einführung

Zur audiodeskriptiven Einführung gelangen Sie hier:
https://spielplanaudiodeskription.podigee.io/b108-einfuehrung-nachtland

28ster Januar 2024 um 20 Uhr (Tastführung um 18 Uhr 30)
„ODER DOCH?“ von Raum 305
Zeitgenössischer Zirkus und Puppenspiel mit Audiodeskription

Chamäleon Berlin
in den Hackeschen Höfen
Rosenthaler Straße 40/41
10 17 8 Berlin

Karten und Preise

Die Tickets kosten 22 Euro, ermäßigt 17 Euro 50. Tickets für Kinder unter zwölf Jahren kosten elf Euro. Bei Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis ist die Begleitkarte frei. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich telefonisch unter 030 / 4000 590.

Zum Stück

„ODER DOCH?“ ist das zweite Stück der Kompanie Raum 305, bestehend aus Puppenspieler Jarnoth, Luft-Akrobat Moritz Haase und Regisseur Philipp Boe. In verblassenden Erinnerungen an eine gemeinsame Vergangenheit öffnen die zwei Protagonisten Türen zu imaginären Räumen, die Einblicke in die innere Zerrissenheit des Menschen gewähren. Ob am Trapez oder tanzend am Boden sind es in diesem schwindelerregenden Fiebertraum jedenfalls nicht nur die Puppen, die manipuliert werden, und es entstehen verblüffende Parallelen zwischen den menschlichen Körpern der Akteure und den scheinbar leblosen Körpern der beiden Figuren aus Stoff und Holz. Ein intimer Ritt zwischen Höhenflug und Abgrund, Slapstick und Thriller.

Audioflyer

Es gibt einen Audioflyer, den Sie sich hier anhören können: https://soundcloud.com/chamaeleon-berlin/audioflyer-oder-doch-by-raum-305-am-28012024-mit-audiodeskription?si=9cc96df0bd8447abbadf9b216bb195cd&utm_source=clipboard&utm_medium=text&utm_campaign=social_sharing.

21ster Januar 2024 um 18 Uhr, Tastführung um 16 Uhr
„Und jetzt?“ von René Pollesch

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Linienstraße 227
10 17 8 Berlin

Karten und Preise

Die Karten kosten regulär zwischen zwölf und 40 Euro, ermäßigt neun Euro. Die Begleitkarte ist frei. Karten gibt es unter besucherservice@volksbuehne-berlin.de oder telefonisch unter 030 / 24 06 57 77.

Audiodeskriptive Einführung

Zur audiodeskriptiven Einführung gelangen Sie hier: https://spielplanaudiodeskription.podigee.io/119-new-episode.

Zum Stück

Das Trio Martin Wuttke, Milan Peschel und Franz Beil schlüpft in die Arbeitsoveralls des Petrochemischen Kombinats Schwedt und handwerkt und diskutiert sich durch eine Sternstunde des Arbeitertheaters in der DDR: Gerhard Winterlichs Stück „Horizonte“ von 1968 soll geprobt werden. Die Frage, wie man das heute – und jetzt? nämlich – anfängt und was das damals bedeutete, provoziert Grundsätzliches zum politischen Theater und lässt die drei Komödianten immer wieder komisch aus der Kurve fliegen.

Gemixt mit jeder Menge clowneskem Tun, einem dicken Schuss „Sommernachtstraum“ und guter Musik.

A propos Musik: Bringen Sie gern Ihre eigenen Zweiohrkopfhörer mit üblichem Klinkenanschluss mit.

24ster Januar 2024 um 19 Uhr 30, Einführung und Tastführung um 18 Uhr 10
„Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt; Regie: Nuran David Calis

Schauspiel Leipzig
Bosestraße 1
04 10 9 Leipzig

Karten und Preise

Die Tickets kosten zwischen 14 und 31 Euro. Anmeldung unter besucherservice@schauspiel-leipzig.de oder telefonisch unter 0341 / 12 68 1 68.

14ter Januar 2024 um 20 Uhr, Tastführung um 18 Uhr
„Die kahle Sängerin“ von Eugène Ionesco; Regie: Anita Vulesica
Übernahme vom Schauspielhaus Graz

Deutsches Theater Berlin
Schumannstraße 13a
10 11 7 Berlin

Karten und Preise

Die Tickets kosten regulär 35 Euro. Bei Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis gibt es zwei Karten zum Preis von einer. Kartenbestellung unter service@deutschestheater.de oder telefonisch unter 030 / 28 44 12 21.

Zum Stück

Der Titel mag gewöhnungsbedürftig sein; der Inhalt ist es keinesfalls. Ionescos „Anti-Stück“ von 1948, das alle bis dahin geltenden Regeln des Theaters ignoriert und in dem nicht nur eine Wanduhr verrücktspielt, gilt als Gründungsdokument des Absurden Theaters, das in den 1950er Jahren durch Samuel Beckett und andere berühmt wurde. Entstanden als Reaktion auf die Gräuel von Nazizeit und Zweitem Weltkrieg, postuliert das Absurde Theater in Form und Inhalt die Sinnlosigkeit als einzig sinnvollen Daseinszustand. Das Ergebnis dieser zutiefst melancholischen Bestandsaufnahme ist allerdings bei Ionesco höchst vergnüglich: Skurrile Figuren in humorvollen Situationen ergeben pralles Theater, in dem sich bizarre Dialoge in ein Feuerwerk aus sinnentleerten Phrasen und Nonsens-Sätzen steigern.

Die Handlung – wenn man das, was geschieht, so nennen darf – ist rasch zusammengefasst: Mr. und Mrs. Smith, die sich nach dem Abendessen gewaltig miteinander langweilen, bekommen Besuch von einem befreundeten Ehepaar, das bei seinem Auftritt erst einmal klären muss, ob sie einander kennen. Am Ende stellen die beiden erfreut fest, dass sie im selben Bett schlafen, verheiratet sind und ein Kind haben. Die Abendunterhaltung zu viert hingegen wird immer merkwürdiger: Das Dienstmädchen Mary glaubt, es sei Sherlock Holmes, ein Feuerwehrmann sucht einen zu löschenden Brand und stiftet dabei zusätzlich Verwirrung; was es nun aber mit der kahlen Sängerin auf sich hat, dürfen Sie selbst herausfinden.

elfter bis 14ter Januar 2024
All Abled Arts – Festival inklusiver Theaterformen
Festival mit drei Stücken mit Audiodeskription und Tastführung
Münchner Kammerspiele

Die Münchner Kammerspiele veranstalten mit „All Abled Arts“ ein Festival der inklusiven Theaterformen. Parallel dazu veranstaltet die Kulturstiftung des Bundes eine Akademie zu inklusiver Kunstpraxis. Weitere Informationen finden Sie hier: https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/transformation_und_zukunft/detail/programm_fuer_inklusive_kunstpraxis.html.

Im Folgenden die Theater-Termine:

elfter Januar 2024 um 17 Uhr, Tastführung um 16 Uhr
„Horror und andere Sachen“ von Tiziana Pagliaro
Werkraum in den Münchner Kammerspielen
Hildegardstraße 1
80 53 9 München

zwölfter Januar 2024 um 20 Uhr, Tastführung um 18 Uhr 45
„ANTIˑGONE – Sophokles in Leichter Sprache“; Regie: Nele Jahnke
Therese-Giehse-Halle in den Münchner Kammerspielen
Falckenbergstraße 1
80 53 9 München

13ter Januar 2024 um 20 Uhr 30, Tastführung um 20 Uhr
„Wer immer hofft, stirbt singend“ nach Motiven von Alexander Kluge; Regie: Jan-Christoph Gockel
Schauspielhaus der Münchner Kammerspiele
Maximilianstraße 26-28
80 53 9 München

Karten und Preise

Im Rahmen des Festivals kosten alle Audiodeskriptions-Karten einheitlich zehn Euro. Zur Bestellung und bei Fragen wenden Sie sich an Anna-Sofia Fischer unter anna-sofia.fischer@kammerspiele.de oder telefonisch unter 0152 / 57 98 04 63.

Zusammenfassungen der Stücke

„HORROR UND ANDERE SACHEN“: Nichts für schwache Nerven: Die tänzerische Performance spielt auf der Klaviatur der Gruseleffekte! Traum schlägt um in Albtraum, das Monströse übernimmt, die idyllische Oberfläche wird schnell brüchig. Die Regisseurin Tiziana Pagliaro ist bekennender Fan von Horrorfilmen. Sie flüstert den Performenden live immer neue Stichworte ein und zieht das Publikum gemeinsam mit Live-DJ Remo Beuggert in einen trancehaften Sog. Beide verfolgen in dieser Stück-Entwicklung gemeinsam mit dem Ensemble und dem Team der Müncher Kammerspiele ihr Interesse an Horrorfilmen und Nervenkitzel. Wann ist etwas Spiel, wann Ernst? In wen oder was können sich Menschen in Horrorfilmen verwandeln? Was macht den Spaß am Gruseln aus? Und wo lauert der Horror des Alltäglichen?

„ANTIˑGONE“: Antigone von Sophokles ist ein Klassiker unter den griechischen Tragödien, der noch heute wegen seiner tiefgründigen Themen und Charaktere relevant ist. Die Handlung dreht sich um eine Konfrontation zwischen Antigone und ihrem Onkel Kreon. Antigone und Kreon vertreten unterschiedliche Überzeugungen und Wertvorstellungen, was zu Konflikten und Konfrontationen führt. Das Interesse an Antigone bleibt bis heute bestehen. Welche Geister der Vergangenheit tragen wir noch mit, wie bearbeiten wir, was wir von Generationen vor uns geerbt haben? Die Inszenierung fragt danach, wo Verständnis und Empathie enden. Durch die Übersetzung von Sophokles‘ Drama in Leichte Sprache und mit einem alternativen Ende wird der antike Stoff neu überschrieben.

„Wer immer hofft, stirbt singend“: „Die Utopie wird immer besser, während wir auf sie warten.“ Die Geschichten und Kommentare des Autors, Film- und TV-Machers Alexander Kluge erzählen immer wieder davon, dass Eigensinn und Urvertrauen Menschen zu beständiger Glückssuche anspornen. An den Kammerspielen tritt nun eine kleine Truppe von Glückssucher*innen, begleitet von den Puppen aus der Werkstatt von Michael Pietsch und rettenden Requisiten aus den Archiven des Theaters, die Herausforderung des überbordenden Werkes von Alexander Kluge an. In Gefahr und höchster Not wird jede Vorstellung ein „Kampf mit aussichtslosem Material“ beginnen. Eine Zirkusrevue, in der das Unmögliche möglich wird. Wiederholtes Scheitern und dann, hoffentlich, Rettung in letzter Minute. Was heißt da „Probe“, was „Premiere“? Ist nicht jeder Reparaturversuch, jede Bombenentschärfung ein erster Anlauf?

zehnter Januar 2024 um 20 Uhr, Tastführung um 19 Uhr
„Qué Bolero o En tiempos de inseguridad nacional“ von Colectivo Malasangre
Tanz-Performance auf Spanisch mit deutscher Audiodeskription

Sophiensaele
Sophienstraße 18
10 17 8 Berlin

Karten und Preise

Behinderte Menschen erhalten ein ermäßigtes Ticket für zehn Euro. Die Begleitkarte ist frei. Kartenbestellung unter barrierefreiheit@sophiensaele.com oder telefonisch unter 030 / 27 89 00 35.

Zum Stück

Was bedeutet es heute, Teil einer Nation und ihres Volkes zu sein? Das Colectivo Malasangre fordert zeitgenössische Formen des kulturellen Kolonialismus heraus mit Kraft, Präzision und Glitzer. Die Künstler*innen Lazaro Benitez, Luis Carricaburu und Ricardo Sarmiento wurden in den 1990er Jahren in Kuba geboren, in der Zeit zwischen dem Zusammenbruch des Sozialismus und einer Wirtschaftskrise. Wie viele ihrer Generation verließen sie Kuba, um sich in Europa niederzulassen. In „Qué Bolero o En tiempos de inseguridad nacional“, auf Deutsch „Was für ein Bolero oder In Zeiten nationaler Unsicherheit“, beschwören sie die Gesten der kubanischen Populärkultur, die sie ausmachen: wie die Gesten der Nächte von Havanna, der Congas von Santiago de Cuba oder des Karnevals. Sie stellen einer provisorischen Kulisse, die von Prekarität und Migration, von Exil und Revolte erzählt, ein sinnbildliches Werk westlicher Kultur gegenüber: Ravels Boléro. Die Körper der drei Künstler*innen dringen in den Boléro ein „wie ein tropischer Hurrikan“ in einer Performance, die einen schelmischen, schrägen Blick auf den „nationalen Körper“ wirft, der seine Bedeutung im Begriff der „Mestizaje“ als Identität und Prozess findet.

sechster und siebter Januar 2024, jeweils um 16 Uhr
„Fux“ von Ursina Tossi
Tanzstück mit künstlerischer Audiodeskriptionfür alle ab acht Jahren

Theater an der Parkaue
Parkaue 29
10 36 7 Berlin

Karten und Preise

Die Tickets kosten 13, ermäßigt neun Euro. Tickets für Kinder kosten sieben Euro. Bei Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis ist die Begleitkarte frei. Kartenbestellung unter service@parkaue.de oder telefonisch unter 030 / 55 77 52 52.

Zum Stück

In „Fux“ erinnern sich die Tänzer*innen an Tiere – vor allem an liebevolle und elegante Füchse, an bunte und flatternde Vögel, an Superheldinnen-Insekten, die sich auf der Bühne verspeisen, an tanzende Schlangen und an Gorillas, sie sich bewegen zu heiliger Musik.

Das Tanzstück von Ursina Tossi widmet sich Lebewesen, die wir bereits verloren haben oder noch verlieren werden. Es darf getrauert werden. Es wird gelacht werden. „Fux“ fragt: „Wie wollen wir zusammenleben?“

„Fux“ ist inspiriert von George Saunders Buch „Fuchs 8“, das die Überlebensgeschichte eines Fuchses erzählt, der versucht, mit menschlicher Zerstörungsnormalität klarzukommen. Dabei ist „Fux“ für junges und erwachsenes Publikum mit und ohne Sehbehinderung, denn die Audiodeskription wird nicht von außen eingelesen, sondern ist künstlerisch in die Erzählung eingearbeitet. Mit diesem Gastspiel von kampnagel sind generationsübergreifend alle ab acht Jahren eingeladen, Tanz mit künstlerischer Audiodeskription zu erleben.