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theater hören berlin Posts

Alle Augen staunen: mit Audiodeskription ohne Inklusion

Posted in Theaterrezension

Können Blinde mit den Augen staunen? Am 20. August läuft im Rahmen von „Tanz im August“ die Kinder-Performance „Alle Augen staunen“ von Lea Moro im Radialsystem. Warum sich die Veranstalter von Tanz im August gerade für die Audiodeskription eines Stückes entschieden haben, bei dem das Sehen bereits im Titel steckt, darüber kann ich nur spekulieren. Ob meine Ohren staunen, wird sich noch zeigen. Welten in Rot und Blau „Alle Augen staunen“ zeigt Welten in Rot und Blau, in denen neugierige Kreaturen aus alten Decken, Schlafsäcken und Zelten herumschlängeln und -krabbeln. Sie entwickeln sich gemeinsam mit ihrer Welt, lernen, auf zwei…

Tanz und Audiodeskription: „Die Arbeit ist noch nicht gemacht.“

Posted in Interviews

Vom bewegten Tanz zur bildhaften Audiodeskription: Wie genau man das erreicht, habe ich Emmilou Rößling gefragt. Mir ist Emmilou als Audiodeskriptorin von zahlreichen Performances in den Sophiensälen bekannt. Darüber hinaus ist sie aber in erster Linie Tänzerin, Performerin und Choreografin. Sie kennt also sowohl die tänzerische Seite des bewegten Ausdrucks als auch das Dilemma, diese Bewegung in Sprache zu übersetzen. In diesem Interview-Ausschnitt sprechen wir über die Sprache von Audiodeskription im Tanz und wie viel Luft nach oben es noch gibt. Lavinia: Du bist ja Choreografin, und da würde mich interessieren, wie du vom Tanz zur Audiodeskription gekommen bist. Emmilou:…

Wiedereröffnung der Theater: Analog, digital oder beides?

Posted in Hinter den Kulissen, and Interviews

Die Theater öffnen wieder. Aber wie? Wird es von nun an wieder reines analoges Theater ohne digitales Angebot geben? Laufen analog und digital parallel? Und natürlich: Wird die Audiodeskription mitgedacht? Im vergangenen Jahr (2020) äußerte sich das blinde und sehbehinderte Publikum eher negativ zu digitalem Theater. Schließlich lebt der Theaterzauber größtenteils von dem Live-Moment vor Ort. Teilweise wurden diese Befürchtungen in meinen Interviews mit den Autor*innen der Audiodeskription bestätigt. So berichtete Anke Nicolai im Interview, dass sich die Audiodeskriptor*innen über die Auftragslage Sorgen machten. Und auch die Stimmen der anderen Autor*innen des Berliner Spielplan Audiodeskription waren gemischt: Anke Nicolai (April…

A Crash Course in Cloudspotting – Erholung im Ohr

Posted in Theaterrezension

Wer von euch findet es erholsam, sich auf eine Parkbank, in eine öffentliche Toilette oder unter einen Busch im Regen zu legen? Menschen mit chronischen Schmerzen sind dazu gezwungen, sich auszuruhen, wenn ihr Körper es verlangt. Das bedeutet, dass sie sich die benötigte Erholung oft im öffentlichen Raum suchen müssen. Ein ungewöhnlicher Anblick für andere Menschen, und Reaktionen variieren auch von Verblüffung bis Genervtheit: „Hier können Sie sich aber nicht hinlegen!“ Mit diesem Thema beschäftigt sich die Online-Audio-Performance „A Crash Course in Cloudspotting“ von Raquel Meseguer Zafe in den Sophiensälen. Eine Gelegenheit zum Hinlegen An stressigen Tagen will man sich…

Hamlet – eine Performance mit Audiodeskription

Posted in Theaterrezension

„Wer Ohren hat, der höre“, denke ich, als ich in einer Performance mit Audiodeskription sitze und versuche, mir den Kopfhörer meines Empfangsgeräts noch dichter ans Ohr zu pressen, um die viel zu leise Audiodeskription verstehen zu können. In der einen Stunde Spieldauer gelingt mir das mittelmäßig. Ungefähr ein Viertel der Live-Beschreibung wird von der lauten Hintergrundmusik verschluckt. Was ich mitbekomme, begeistert mich allerdings. Unheimlich, eklig und doch seltsam ansprechend ist die Performance „Hamlet“ von Dewey Dell mit einer Choreografie von Teodora Castellucci. Das Stück wird in den Uferstudios im Rahmen der Tanznacht 2021 für ein ausgewähltes Publikum von nicht mehr…

Wie sieht „bewegt“ aus?

Posted in Veranstaltungsbericht

Wie sieht ein ansteckendes Lächeln aus? Wie hebt der Performer die Hand, und wie zum Teufel siehst du eigentlich aus? In Tanz und Performance geht es um den Ausdruck durch Bewegungen. Wo sich aber viel bewegt wird, sich also viel visuell vermittelt, muss auch viel für blinde und sehbehinderte Zuschauer*innen beschrieben werden. Oder doch nicht? Was macht eigentlich eine gute Audiodeskription von Tanz aus? Mit dieser Frage beschäftigen sich am 16. Juni 2021 Audiodeskriptor*innen des Berliner Spielplan Audiodeskription und des Schauspiel Leipzig. Der Workshop wird von den Sophiensälen organisiert und findet unter der Anleitung der sehbehinderten Theaterpädagogin Sophia Neises und…

Die Spielzeitpause ist da!

Posted in Theaterrezension

Liebe blinde, sehbehinderte und sehende Theaterfreunde des Berliner Spielplan Audiodeskription! Bis zum 19. Juli 2021 gönnt sich unser Team eine kleine Spielzeitpause. Podcaster Andreas sonnt sich mit seinen Kindern in Südfrankreich. PR-Beauftragte Eva geht im Schwarzwald spazieren. Imke versucht, in Berlin einen kühlen Kopf zu bewahren. Nur ich bin im Norden Dänemarks angenehmen Temperaturen und einer steifen Brise ausgesetzt. Wir wünschen euch allen einen ebenso erholsamen Sommer. In der nächsten Spielzeit gibt es wieder einige Vorstellungen mit Audiodeskription, auf die ihr euch freuen könnt und das Ganze hoffentlich live und in Farbe. Warme Grüße senden Imke, Eva, Lavinia und Andreas…

Märchenstunde mit Audiodeskription

Posted in Theaterrezension

Es war einmal ein Märchen mit Audiodeskription, das von dem Staatstheater Hannover inszeniert wurde. Zwischen dem 10. und dem 22. Juni wird das Märchen „Die Gänsemagd“ als Stream gezeigt und zwar mit einer Beschreibung, die von Frank Schraders eingesprochen wird. Bereits zu Weihnachten hat das Staatstheater mit „Hänsel und Gretel“ bewiesen, dass sich Märchenopern wunderbar mit Audiodeskriptionen versehen lassen. „Die Gänsemagd“ ist eine farbenfrohe Oper, nicht nur wegen der wechselnden Bühnenbilder, die ein blaues Meer, einen roten Fluss und grüne Wiesen darstellen, sondern auch wegen der unterschiedlichen Geräusche, der Orchestermusik im Hintergrund und natürlich wegen des Gesangs. Definitiv ein Stück…

Automatenbüfett mit Audiodeskription

Posted in Theaterrezension

„Der Automat, der unterscheidet ja nicht den Menschen vom Individuum. Jeder, der was reinwirft, kriegt was raus.“ (Frau Adam) Das Weib sollte an den Kochtopf oder ins Bett. So sagt der Oberförster. Der Apotheker fragt mit Blick auf Evas Kehrseite, ob man da mal reinzwicken darf. Pankraz legt sich ungefragt zu ihr ins Bett und Adam bittet sie, ihre körperlichen Reize für seine Zwecke einzusetzen. „Automatenbüfett“ von Anna Gmeyner in der Regie von Barbara Frey ist das dritte Stück, das im Rahmen des 58. Theatertreffens 2021 neben „Einfach das Ende der Welt“ und „SCORES that shape our friendship“ mit einer…

Zwei Jahre Berliner Spielplan Audiodeskription: Der Rückblick

Posted in Theaterrezension

Zwei Jahre Berliner Spielplan Audiodeskription sind vorbei. Für mich sind sie wie im Flug vergangen. Nach einem fulminanten Start mit der „VIVID Grand Show“ „Othello“ und „Don Quijote“ schließen die Theater im März 2020. Von einem theaterlosen und vor allem audiodeskriptionslosen Jahr 2020/2021 kann trotzdem nicht die Rede sein. Viel ist passiert in diesem letzten Jahr von digitalen Tastführungen über Live-Theaterstücken mit Audiodeskription über ZOOM bis hin zur Zugänglichmachung älterer Aufnahmen wie „Mutter Courage“ aus dem Jahr 1957. Im achten digitalen Theaterclub lassen wir Revue passieren: Wir sprechen über die Highlights des Projektteams und des blinden und sehbehinderten Publikums, Statistiken…