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Spielplan

Hier finden Sie die kommenden Stücke des Berliner Spielplan Audiodeskription sowie Empfehlungen für Bühnenkunst mit Live-Audiodeskription in Berlin und im deutschsprachigen Raum.
Für eine akustische Information können Sie auch die Spielplan-Ansage unter der Telefonnummer 030 27 90 87 76 abfragen.

Der Berliner Spielplan Audiodeskription bedankt sich sehr herzlich bei: „Ohrsicht Radio – Der Klang der Inklusion“ für die Kooperation. Live Stream unter ohrsicht-radio.de

Veranstaltungen des Berliner Spielplan Audiodeskription

Erster März 2024, 5ter April, 3ter Mai, 7ter Juni, 5ter Juli, jeweils um 19 Uhr 30, Modell-Betastung um 18 Uhr
„Falling in Love – Grand Show“

Friedrichstadt Palast
Friedrichstraße 107
10 11 7 Berlin
Schwerbehinderten Eingang: Johannisstraße

Karten und Preise

Die Audiodeskriptions-Tickets kosten einheitlich 40 Euro. Die Begleitkarte für Menschen mit Schwerbehinderung ist frei. Sie bekommen Ihre Karten telefonisch unter 030 / 23 26 23 zwei sechs oder per WhatsApp unter 00 49 17 44 25 38 sieben zwei.

Zum Stück

You ist jung, voller Leidenschaft und Sehnsucht. Doch er passt in keine Schablonen. In den versteinerten Gesichtern um ihn herum findet er keine Liebe. Als er erneut zurückgewiesen wird, wünscht sich You, nur noch im Boden zu versinken. Da zerbricht unter seinen Füßen der graue Asphalt der Zivilisation. Und You stürzt in eine andere Wirklichkeit. Dort, im verborgenen Garten der Liebe sieht er, was er niemals zuvor gesehen hat. Ein wogendes Meer aus Farben und Schönheit in allen Facetten unserer Natur. Der ewige Menschheitstraum von einer besseren Welt – er lebt. Eingemauert unter althergebrachten Normen. Findet ein junger, gehörloser Poet am Ende die Worte, die menschgemachte Mauern wanken und Liebe blühen lassen?
Die neue Grand Show ist kuratiert vom Pariser Stardesigner Jean Paul GAULTIER und ausgestattet von Swarovski. Glamour pur.

2ter März 2024 um 16 Uhr (Tastführung um 14 Uhr 30)
„Gänsehaut“ – Tanzstück von Modjgan Hashemian und Ensemble für Menschen ab 12

Theater an der Parkaue
Bühne 4, Parkaue 29
10 36 7 Berlin

Karten und Preise

Inhaberinnen eines Schwerbehindertenausweises (B) zahlen einen ermäßigten Eintrittspreis von 9,00 €. Begleitpersonen erhalten eine Freikarte. Anmeldung über den Besucherinnenservice: service@parkaue.de oder 030 55 77 52 52

Zum Stück

Ein Lieblingslied zum Mittanzen, bedrückende Nachrichten, die Berührung eines Lieblingsmenschen gehen uns unter die Haut. Die Haut, unser größtes Organ, besteht aus vielen Schichten, die uns schützen. Was unter die Haut geht, lässt sie vor Glück kribbeln, sich beängstigt oder vor Kälte zusammenziehen, verletzt uns oder wärmt angenehm. Manchmal bewegen sich dann auch die Härchen auf unserer Haut und wir bekommen Gänsehaut. Das Tanzstück macht sich auf die Suche danach, warum wir uns manchmal ein dickes Fell zulegen müssen, was uns berührt und vor allem, was uns bewegt!

Audiodeskriptive Einführung

Zur audiodeskriptiven Einführung gelangen Sie hier:
https://spielplanaudiodeskription.podigee.io/121-new-episode

14ter März 2024 um 19 Uhr 30; Tastobjekte an der Garderobe um 18 Uhr 40
„1984“
von George Orwell, Bühnenfassung bearbeitet von Luc Perceval

Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz eins
10 11 7 Berlin

Karten und Preise

Die Tickets kosten zwischen 16 und 50 Euro. Beim Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis erhalten sowohl Sie, als auch Ihre Begleitung fünfzig Prozent Ermäßigung. Kartenbestellung unter theaterkasse@berliner-ensemble.de oder telefonisch unter 030 / 28 40 81 55.

Zum Stück

George Orwells „1984“ erzählt satirisch überhöht von einer Welt, in der sich der Drang von Wenigen nach totaler Macht durchgesetzt und strukturell verfestigt hat. In seiner Bearbeitung des Romans verfolgt der Regisseur Luk Perceval die widerständige Kraft zweier Liebenden unter den Bedingungen von allgegenwärtigem Misstrauen, propagandistischem Irrsinn und körperlichem Schmerz. „Das wirklich Erschreckende am Totalitarismus“, schreibt Orwell 1944, „ist nicht, dass er Gräueltaten begeht, sondern, dass er das Konzept der objektiven Wahrheit angreift: Er erhebt den Anspruch, sowohl die Vergangenheit wie auch die Zukunft zu bestimmen.“ Laut O’Brien, dem Chefideologen des fiktiven totalitären Regimes von „Big Brother“ in 1984, existiert die Wirklichkeit nur im menschlichen Bewusstsein. Und das ist, wie wir nicht erst seit Internet und Fake News wissen, unendlich formbar. Wer also das Denken der Menschen kontrolliert, verfügt über die Welt, gestaltet sie. Das Liebespaar, Winston und Julia, aber glauben an eine gemeinsame, auf Tatsachen und nicht auf Wunschdenken oder paranoiden Feindbildern basierende Geschichte und Gegenwart. Damit machen sie sich im Sinne des totalitären Systems des schlimmsten aller Verbrechens schuldig: „Denkkrim“. Falsches Denken.

24ter März 2024 um 18 Uhr, Tastführung um 16 Uhr
„Und jetzt?“
Von René Pollesch

Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Linienstraße 227
10 17 8 Berlin, Haupteingang am Rosa-Luxemburg-Platz

Karten und Preise

Die Karten kosten regulär zwischen zwölf und 40 Euro, ermäßigt neun Euro. Die Begleitperson ist frei. Anmeldung unter: besucherservice@volksbuehne-berlin.de oder telefonisch unter 030 / 24 06 57 77.

Zum Stück

1968 schuf Gerhard Winterlich, Leiter des Arbeitertheaters im petrolchemischen Werk Schwedt, mit seinem Team ein Theaterstück namens Horizonte, das aktuelle industrielle Entwicklungen thematisierte. Es wurde im DDR-Fernsehen ausgestrahlt und später von Heiner Müller für die Berliner Volksbühne neuinterpretiert. Vor diesem Hintergrund entfaltet sich René Pollischs Text. Clownesker Slapstick-Humor wechselt sich mit der Ernsthaftigkeit von Männern bei der Arbeit ab, wenn die drei Darsteller sich durch die Proben von Gerhard Winterlichs Stück diskutieren und handwerken.
Und das sagt unsere Bloggerin zum Stück:
„Ich habe selten ein Stück erlebt, bei dem der Name derart Programm ist, wie bei „Und jetzt?“ an der Volksbühne. Martin Wuttkes leicht schusselige Stimme gefällt mir am besten. Ich muss dazu sagen, dass ich die meiste Zeit keine Ahnung habe, worüber sie reden, aber ich könnte trotzdem stundenlang zuhören.“


Audiodeskriptive Einführung: https://spielplanaudiodeskription.podigee.io/119-new-episode

25ter März 2024 um 20 Uhr, (Tastführung um 17 Uhr 30)
„Die kahle Sängerin“ von Eugène Ionesco

Deutsches Theater Berlin
Schumannstraße 13a
10 11 7 Berlin

Karten und Preise

Die Karten kosten regulär 52/42/32/22 Euro. Bei Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis gibt es zwei Karten zum Preis von einer. Kartenbestellung unter service@deutschestheater.de oder telefonisch unter 030 / 28 44 12 21.

Zum Stück

Der Titel mag gewöhnungsbedürftig sein, der Inhalt ist es keinesfalls. Ionescos „Anti-Stück“ von 1948, das alle bis dahin geltenden Regeln des Theaters ignoriert und in dem nicht nur eine Wanduhr verrücktspielt, gilt als Gründungsdokument des Absurden Theaters, das in den 1950er Jahren durch Samuel Beckett und andere berühmt wurde. Entstanden als Reaktion auf die Gräuel von Nazizeit und Zweitem Weltkrieg, postuliert das Absurde Theater in Form und Inhalt die Sinnlosigkeit als einzig sinnvollen Daseinszustand. Das Ergebnis dieser zutiefst melancholischen Bestandsaufnahme ist allerdings bei Ionesco höchst vergnüglich: Skurrile Figuren in humorvollen Situationen ergeben pralles Theater, in dem sich bizarre Dialoge in ein Feuerwerk aus sinnentleerten Phrasen und Nonsens-Sätzen steigern.
Die Handlung – wenn man das, was geschieht, so nennen darf – ist rasch zusammengefasst: Mr. und Mrs. Smith, die sich nach dem Abendessen gewaltig miteinander langweilen, bekommen Besuch von einem befreundeten Ehepaar, das bei seinem Auftritt erst einmal klären muss, ob sie einander kennen. Am Ende stellen die beiden erfreut fest, dass sie im selben Bett schlafen, verheiratet sind und ein Kind haben. Die Abendunterhaltung zu viert hingegen wird immer merkwürdiger: Das Dienstmädchen Mary glaubt, es sei Sherlock Holmes, ein Feuerwehrmann sucht einen zu löschenden Brand und stiftet dabei zusätzlich Verwirrung; was es nun aber mit der kahlen Sängerin auf sich hat dürfen Sie selbst herausfinden.

Audiodeskriptive Einführung:
https://spielplanaudiodeskription.podigee.io/122-new-episode

1ter April.2024 um 18 Uhr (ohne Tastführung, ab 17 Uhr Ausgabe der Geräte)
„Einfach das Ende der Welt“ nach Jean-Luc Lagarce in der Regie von Christopher Rüping

Deutsches Theater Berlin
Schumannstraße 13a
10 11 7 Berlin

Karten und Preise

Die Karten kosten regulär 52/42/32/22 Euro. Bei Zeichen „B“ im Schwerbehinderten-Ausweis gibt es zwei Karten zum Preis von einer. Kartenbestellung unter service@deutschestheater.de oder telefonisch unter 030 / 28 44 12 21.

Zum Stück

Nach zwölf Jahren kehrt ein junger Mann zu seiner Familie zurück. In dieser Zeit hat er nichts von sich hören lassen, während er sich erfolgreich als Künstler in der Großstadt etablierte und sich in Herz und Kopf immer weiter von der Familie in der Kleinstadt entfernte. Und nun? Ob Begegnung noch möglich ist? Ob Jahre der Kontaktlosigkeit das Urteil übereinander mildern oder verhärten? Ob die gemeinsam verbrachten Jahre schwerer wiegen als die Jahre der Entfernung voneinander? „Einfach das Ende der Welt“ ist der erste Teil der Familientrilogie von Christopher Rüping, in der er gemeinsam mit seinem jeweiligen Ensemble in drei voneinander unabhängigen Arbeiten das Konstrukt der Familie im 21. Jahrhundert befragt – ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Inszenierung ist eine Übernahme vom Schauspielhaus Zürich und wurde vielfach ausgezeichnet.

Audiodeskription anderswo

29ter Februar und 2ter März um 10 Uhr, erster März um 16 Uhr (mit Tastführung)
„Camilla Pölzer: I NEED A HERO“
Tanzstück für alle ab 7 Jahren

Podewil
Klosterstraße 68
10179 Berlin

Karten und Preise

Inhaberinnen eines Schwerbehindertenausweises (B) zahlen einen ermäßigten Eintrittspreis von 8 Euro, die Begleitpersonen erhalten eine Freikarte. Anmeldung für Tickets mit Audiodeskriptionund Tastführung unter grever@tanzzeit-berlin.de oder 030 24749791.

Zum Stück

Wollen wir nicht alle mal Heldin sein? Stark, außergewöhnlich, fähig alles zu schaffen und vielleicht sogar etwas ganz Besonderes zu vollbringen. Mit humorvoller Übertreibung, Bewegungsfreude und wehendem Umhang untersucht Camilla Pölzer gemeinsam mit ihrer Spielpartnerin Camilla Przystawski, was es für sie als Frau mit Behinderung bedeutet, Heldin zu sein und sich den gesellschaftlichen Erwartungen zu stellen. Sie boxt sich durch den Tugendkanon wahrer Heldinnen und macht sich auf den Weg, ihre Superpower zu entwickeln. Sie fällt, steht wieder auf, entdeckt ungeahnte Fähigkeiten und beginnt den Begriff „Heldin“ neu zu denken.

3ter März 2024 um 17 Uhr (16 Uhr Haptic Access Tour)
REMACHINE – Tanzstück von Jefta van Dinther; mit deutscher und englischer Audiodeskription

HAU1
Stresemannstraße 29
10963 Berlin

Karten und Preise

Tickets kosten zwischen 17 und 27 Euro, ermäßigt 9 Euro. Begleitpersonen von Personen mit Merkzeichen B haben freien Eintritt. Karten und Anmeldung unter 030 259004-27
oder tickets@hebbel-am-ufer.de. Bei Fragen zur Barrierefreiheit wenden Sie sich an barrierefreiheit@hebbel-am-ufer.de

Zum Stück

In seiner neuen Arbeit “REMACHINE” erforscht der Choreograf Jefta van Dinther die Wechselwirkung zwischen dem Menschen und einer unausweichlichen hypermechanisierten Welt. Fünf Tänzerinnen gehen, klettern und schweben auf einer riesigen, unaufhaltsam rotierenden Scheibe und verhandeln ihr Dasein in einer spannungsgeladenen Umgebung. Im Mittelpunkt der Choreografie steht dabei die Frage, wie der Körper durch seine Bewegungen und seine Umwelt konditioniert wird. Ganz der Technologie ausgeliefert, navigieren die Tänzerinnen ihre Bewegungsabläufe auf dem instabilen Boden. Es entsteht ein Tanz, der im Zusammenspiel mit den Stimmen der Performenden und einer Komposition von David Kiers in einer Zusammenarbeit mit der Musikerin Anna von Hausswolff eine Kaskade von polarisierenden Kräften hervorbringt.
https://www.hebbel-am-ufer.de/programm/pdetail/jefta-van-dinther-remachine

8ter März 2024 um 18 Uhr (Tastführung um 17 Uhr)
„Ab heute heißt du Sara“
nach dem autobiografischen Bericht „Ich trug den gelben Stern“ von Inge Deutschkron
für Menschen ab 15

GRIPS Theater Berlin
Hauptbühne am Hansaplatz
Altonaer Str. 22
10 55 7 Berlin

Karten und Preise
Inhaberinnen eines Schwerbehindertenausweises (B) zahlen einen ermäßigten Eintrittspreis von 12 Euro, die Begleitpersonen erhalten eine Freikarte.
Anmeldung von Montag bis Samstag (12 bis 18 Uhr) über den Publikumsservice: tickets@grips-theater.de oder 030 397 47 477
Weitere Informationen zur Tastführung und dem Ablauf am Abend unter diesem Link https://www.grips-theater.de/de/service/anreise/barrierefreiheit#audiodeskription-2250

Zum Stück
Inge wächst in einem sozialdemokratischen Haus auf, Religion hat für die Familie keine Bedeutung. 1933 eröffnet die Mutter der Zehnjährigen, dass sie „Jüdin“ ist. Nur langsam begreift Inge, was das für sie bedeuten wird. Jüdin in den folgenden Jahren zu sein, das heißt nicht nur Demütigungen, Übergriffe und Beschränkungen auszuhalten, sondern auch weder Kino noch Tanzsäle zu kennen; heißt erwachsen zu werden, ohne jung gewesen zu sein.
Das Stück nach dem autobiographischen Bericht „Ich trug den gelben Stern“ von Inge Deutschkron erzählt in 33 Bildern von der Angst der Verfolgten, von den Menschen, die Inge und ihrer Mutter geholfen haben und die für sie „Stille Helden“ wurden. Es erzählt von einer verlorenen Kindheit und nicht zuletzt vom kämpferischen Mut eines jungen Mädchens, das nicht aufgibt.

In Gedenken an Inge Deutschkron
Die jüdische Autorin, Publizistin, Journalistin und Zeitzeugin Inge Deutschkron ist am 9. März 2022 verstorben, am 23. August 2022 wäre sie 100 Jahre alt geworden.

Seit 1989 ist das Theaterstück „Ab heute heißt du Sara“ im GRIPS Theater zu sehen gewesen.

Es ist Auftrag und Herzensangelegenheit für GRIPS-Leiter Philipp Harpain, das Stück weiter im Repertoire zu haben und u.a. mit Hilfe einer Audiodeskription es auch sehbehinderten und blinden Menschen zugänglich zu machen. „Inge Deutschkron kann nun nicht mehr selbst als Zeitzeugin ihre Geschichte erzählen“, so Philipp Harpain. „Umso wichtiger – und auch ganz in ihrem Sinn – ist es, dass wir hier im GRIPS ihre Geschichte für die jetzige und alle folgenden Generationen – und für alle zugänglich – weitererzählen werden. Denn erst, wenn wir unsere Geschichte kennen, können wir unsere Zukunft gestalten.“